Wir holen uns den Titel!!!

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Was geht mir die Fußball-WM auf den Zeiger. Fußball überall: Käse, Schaumküsse, M&M’s, Brötchen! Alles in Fußball-Optik! Boa und als ob das noch nicht genug wäre, gibt’s an der Kasse auch noch diese idiotischen Fußballbildchen. Andererseits sind die ja kostenlos, also nehme ich sie halt mit. So geht das einige Wochen, inzwischen habe ich schon fast 50 Päckchen herumliegen. OK, dann packe ich sie mal aus…

Moment mal, manche von den Spielern sehen ja gar nicht mal so schlecht aus … ja, der auch und der und der …

Inzwischen habe ich das offizielle Sammelalbum zu Hause und kann es kaum erwarten, wieder einkaufen zu gehen. Mensch, sogar die hässlichsten Spieler sehen immer noch gut aus!

Ob wir mit der Mannschaft den Titel holen? Keine Ahnung, ist mir eigentlich auch ziemlich egal. Aber eines steht fest: wenn es um den Titel der attraktivsten Fußballmannschaft auf der Welt geht, spielt unsere 11 ganz vorne mit! Müsste man nur noch das Thema Homophobie im Fußball angehen und alle wären glücklich.

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Schwule Arschlöcher

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Zugegeben, die Überschrift ist provokant, aber im Prinzip benennt sie genau das, worum es in diesem Beitrag gehen soll: männerliebende Männer, wegen denen man sich schämt, zur gleichen Minderheit zu gehören.

Männer sind bunt, schwule Männer sind vielleicht sogar noch etwas bunter. Was ich damit meine ist nicht der Kleidungsstil, sondern die Vielfalt an Charakteren und Persönlichkeiten, die es bei Schwulen gibt. Im Prinzip kann man sagen, dass es DEN Schwulen gar nicht gibt, sie lassen sich genauso gut oder schlecht in Schubladen stecken, wie alle anderen auch.

Ob Schwuler, den man das gar nicht ansieht, Macho, etwas femininer wirkend, Klischeeschwuler, Tunte oder irgendetwas dazwischen, die Vielfalt ist groß und das ist eigentlich auch super so wie es ist.

Es gibt allerdings einen Typus von Schwulen, den finde ich persönlich nicht so super: Das schwule Arschloch! Man findet ihn in sozialen Netzwerken wie Facebook ebenso, wie auf bei Schwulen beliebten Chat-Seiten wie Planet Romeo oder in Kommentaren zu entsprechenden Artikeln auf queeren Websites. Er hält sich für den einzig „wahren Schwulen“, spricht anderen ihre Existenzberechtigung ab und liebt es, über die „falschen Schwulen“ herzuziehen. Er hat unter anderem folgende Eigenschaften:

  • er ist „heterolike“, man sieht ihm also nicht auf dem ersten Blick an, dass er schwul ist
  • er ist normalerweise unter 20, manchmal unter 25, auf keinen Fall aber über 30 (zumindest behauptet er das)
  • er ist total männlich, viel männlicher als jeder Heterosexuelle
  • es ist unter seiner Würde, sich mit jemanden abzugeben, der nicht in genau dieses Schema passt.

Um diese Spezies besser zu verstehen, hier ein paar Beispiele ihres Verhaltens:

Im Chat:

(Typ = ältere Typ bestimmt schon 30!!, SAL = schwules Arschloch, Originalzitat, jedoch keine Chat, den ich selbst geführt habe ^^)

Typ: Ich will dich! 😀

SAL: Nee mich kriegste nicht

Typ: Warum nicht?

SAL: Weil du voll der Opa bist!?

Auf Facebook:

(Habe das Originalzitat nicht mehr gefunden, daher nur sinngemäß wiedergegeben!)

(…) Dass wir nicht akzeptiert werden liegt nur an den schrillen Partytunten in ihrem Tütü, die mit ihren gebrochenen Handgelenken rosa Wattebäuschchen werfen (…).

Es gibt noch unzählige weitere solcher Beispiele. Im Prinzip sind die Argumente aber immer ähnlich:

  • alte, dicke, unmuskulöse Schwule sind eklig
  • alle Fetische außer den eigenen sind abartig und
  • entsprechende Chatpartner MUSS man auf Facebook bloß stellen
  • Feminine Schwule braucht keiner, Schwule stehen auf (echte) Kerle, sonst wären sie ja Hetero
  • Transen, Tunten etc. schaden dem eigenen Image und
  • sind schuld daran, dass alle anderen Schwulen diskriminiert werden
  • überhaupt sind immer die anderen an ihrer Lage schuld

Man sollte meinen, dass Schwule schon aufgrund ihrer eigenen Erfahrung, anderen Menschen mit mehr Toleranz begegnen, zumindest war das meine ganz persönliche Auffassung.

Woran liegt es also, dass dies offenbar nicht so ist? Hilft es andere zu diskriminieren, um die persönlich erlebte Diskriminierung zu kompensieren? Will man der Welt sagen: „Sieh her, der da ist noch viel abnormaler als ich, also bin ich doch eigentlich ganz normal!“? Hat das ganze mit einem Schönheits- und Jugendwahn zu tun? Ist es eine Mischung aus alle dem oder gibt es noch andere Gründe?

Was auch immer die Gründe für diese Diskriminierung sein sollten, ist sie zumeist kaum besser als die Diskriminierung, die LGBTIs von homophober Seite aus ertragen müssen. Daher wäre es auch für den Zusammenhalt innerhalb der Community wichtig, mal kein Arschloch zu sein und ab und zu einmal darüber nachzudenken, dass auch andere Menschen Gefühle haben und man sich keinen abbricht, wenn man versucht, diese nicht zu verletzen.